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„Ich schöpfe aus dem Inneren, versuche über meine Kleider unbewusste gesellschaftliche Vorgänge auf dem Laufsteg zu präsentieren und sichtbar zu machen.“

Modedesignerin Sibilla Pavenstedt war mit ihren Kollektionen über viele Jahre international erfolgreich, verkaufte Kleider in allen Modemetropolen der Welt mit Ateliers in Paris und Hamburg. Nach dem Studium für Modedesign in Bremen und der Ausbildung zur Schnittdirektrice in Hamburg ging es für die weitere Ausbildung an das Studio Bercot nach Paris. Ihre Abschlusskollektion, die sich an Insekten orientierte, gewann auf der Modemesse Avantgarde in München den sogenannten Mode-Oscar. Der Erfolg kam mit dem Interesse der Öffentlichkeit quasi über Nacht.

„Mit Mode kann man sein Inneres nach außen kehren. Die Menschen kommunizieren ja immer weniger miteinander, dafür drücken sie sich mehr über die tägliche Wahl ihrer Kleidung aus.“

Unter ihrem Namen brachte Sibilla Pavenstedt 15 Jahre lang zwei Kollektionen im Jahr heraus. Die Kollektionen wurden überall auf der Welt verkauft – u.a. bei Harrods in London und Bergdorf Goodman in New York. 2006 verkleinerte sich das Unternehmen und Pavenstedt nahm eine Professur für Mode an der Universität der Künste in Bremen an. Sie trennte sich von dem Atelier in Paris und verlagerte ihren Hauptwohnsitz nach Hamburg. Die Hamburger Gesellschaft feierte sie als internationale Designerin und sie kleidete vermehrt Schauspielerinnen, Künstlerinnen
und Society-Damen ein.

„Mode ist ein Thema, das viele begeistert und durch Kulturen unterschiedlich geprägt ist. Durch die Verknüpfung von handwerklicher Tradition mit hochwertigem, nachgedachtem? Design schafft man so etwas wie wahren Luxus. In jedem Detail dieser Produkte vermittelt sich Liebe, Zeit und Hochwertigkeit. Und eine Achtung gegenüber denen, die es angefertigt haben. Es sind „beseelte Kleidungsstücke“, weil es Handarbeit ist.“

2008 gründete Sibilla Pavenstedt mit einigen Mitstreitern das Projekt Made auf Veddel. Das Projekt bewegt sich in einem Raum zwischen Mode, Kunst und sozialem Kunstwerk. Im Vordergrund steht neben der Integration der Frauen die Couture. Es gilt zu zeigen, dass Strick durchaus elegant sein kann. Im Zeitalter der starken Kopierbarkeit bekommt Handarbeit einen ganz neuen Stellenwert, ist individuell, nicht beliebig reproduzierbar und daher exklusiv.